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Knossós

Geschichte

Die Gegend von Knossós war schon während des Neolithikums besiedelt. Älteste Siedlungsspuren der bis zu 8 m mächtigen Siedlungsschichten können in das 4. Jahrtausend v. Chr. datiert werden. Einwanderer aus Kleinasien, die bereits über eine hochentwickelte, matriarchale Kultur verfügten, wanderten im frühen 3. Jahrtausend v. Chr. nach Kreta ein. Sie unterhielten wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Ägypten. Am Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. entwickelten sich kleinere Königreiche auf Kreta, wie man aus den größeren Palastanlagen in Phaistós, Mália, Knossós und Káto Zákros schließt. Dabei erweist sich Knossós als besonders groß, reichhaltig und prächtig. Knossós wurde dabei ursprünglich auf einem seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelten, neolithischen Ort zwischen 2100 und 1800 v. Chr. errichtet.

Wie alle Paläste Kretas wurde auch Knossós zwischen 1750 und 1700 v. Chr. durch ein schweres Erdbeben zerstört. Die minoische Kultur scheint trotz der desaströsen Zerstörungen durch das Erdbeben nichts von ihrer Lebendigkeit verloren zu haben. 1650 v. Chr. folgen kleinere Zerstörungen durch ein erneutes Erdbeben. Schon kurze Zeit später, während der zweiten Palastzeit (ca. 1630 bis 1400 v. Chr.), wurden auf den Fundamenten der alten Paläste neue, noch elegantere und aufwendigere errichtet. Knossós erfuhr dabei seine größte Blüte und entwickelt sich dabei zum ersten, der kretischen Stadtstaaten und vermutlich zum religiösen und politischen Zentrum der Insel. Knossós verfügte vermutlich über die größte und kampfstärkste Flotte, dessen Schiffe zu den phönizischen, ägyptischen und peloponnesischen Häfen auslief, die Kykladen, Athen und den Nahen Osten ansteuerten. Gesichert ist, dass Knossós über zwei Seehäfen verfügte, einen bei Amnisos, den anderen an der Stelle des späteren Heraklion.

Der gewaltige Ausbruch des Vulkans von Thera/Santorin um ca. 1450 v. Chr., der mit einer gewaltigen Flutwelle die an der Nordküste Kretas gelegenen minoischen Paläste zerstörte, hinterließ Knossós unversehrt. 50 Jahre später überstand die Stadt ein schweres Erdbeben dank der vertikal und horizontal in den Mauern eingebauten Zedernhölzer nahezu unbeschädigt. Bis 1370 v. Chr. wurde der Palast benutzt. Vermutlich dürfte die Macht der Minoer durch die Zerstörung der Flotte und aller nordkretischen Häfen stärker gelitten haben, die von der Zuwanderung mykenischer Festlandsachäer begleitet wurde, die ihre Kultur verbreiteten. Eine Invasion der Achäer zu Beginn des 14. Jahrhunderts v. Chr. führte jedenfalls möglicherweise in Verbindung mit einem Aufstand der bereits auf der Insel ansässigen Achäer zu einem vollständigen Untergang der minoischen Kultur. Sie zerstörten alles, was Erdbeben und Flutwelle heil gelassen hatten. Ein Feuer, das mehrere Tage gewütet haben muss, bei dem Holz und Öl dem Feuer die nötige Nahrung gab, zerstörte die obersten Etagen und viele aus Kalkstein und Gips hergestellten Wände. Einzelne, durch den Brand erhitzte Kalksteinquader erinnern heute an Backenknochen eines Mammut. Danach wurde der Palast aufgegeben.

Erst mit der griechischen Zeit wurde Knossós wieder besiedelt. 343 v. Chr. entsandte Sparta seine Soldaten gegen das sich mit Makedonien verbündet Knossós. Zwanzig Jahre später geriet Kreta unter ptolemäische Herrschaft. 220 v. Chr. wechselte Górtys sich mit Knossós in der Rolle der kretischen Hauptstadt ab. Als die Römer 189 v. Chr. auf Kreta eintrafen, wurde Knossós noch einmal ab 150 v. Chr. Kretas Hauptstadt. 67 v. Chr. machen die Römer Górtys erneut zur Hauptstadt der neuen Provinz Creta et Cyrene, zu der neben Kreta auch die libysche Mittelmeerküste gehörte. Seit 36 v. Chr. wurde es Kolonie unter dem römischen Namen Colonia Iulia Nobilis. Die griechische und römische Stadt lag in unmittelbarer Nähe des Palastes, doch ist sie nur zum kleinen Teil ausgegraben worden.